Atania

Diese recht heimtückische Pflanze kommt überwiegend in den Steppen Wesedoors vor. Ihre wahre Heimat ist Wookror, dort gibt es Hektar große Felder, welche von diesen knapp menschengroßen Pflanzen bewachsen werden.

Das Tückische an ihnen, ist ihre große Ähnlichkeit mit zu großen Tulpen, welche die Lieblingsblumen der Menschen sind.

Und da Tulpen die meiste Zeit des Jahres, eher spärlich zu finden sind, kann sich die Atania nicht wegen Mangels an Nahrung beschweren. Die meiste Zeit über verbringt die Atania damit, sich im warmen Wind der Steppe zu wiegen und darauf zu warten, dass sich ein ahnungsloses Opfer nähert. Doch greift sie nicht sofort an. Wie (fast) alle Pflanzen, hat auch diese natürlich keine Augen und Ohren – wenn man von den mächtigen Wurzeln absieht, die sich viele Meter, teils über, teils unter der Erde durch das trockene Land ziehen und jede Vibration wahrnehmen – deshalb muss das Opfer sich auch bis an die kräftig violetten oder weinroten Blüten heranwagen. Am besten jedoch ist es, wenn sie auch noch an der Blume riechen wollen.

In dem Moment, indem die Atania die Berührung mithilfe ihrer Millionen kleinen Fühlhaaren, welche über die ganze Pflanze verteilt sind, spürt, greifen Blätter von der Größe des Schädels eines ausgewachsenen Mannes, vom Stamm aus an und hallten das Opfer an ihnen gefangen durch eine klebrige Substanz, die von Drüsen erstellt wird, welche sich hinter sehr feinen Poren befinden.

Während das Opfer um sein Leben kämpft und meistens sehr aufgeregt sich durch Zappeln und Zerren von der Pflanze zu lösen versucht, weiten sich die Kelchblätter von einander und der Stamm knickt um einige Zentimeter ab, bis sich die Krone über seinem Kopf befindet und die Kelchblätter schließen sich um das Opfer wieder zusammen. Durch weite Poren wird ein Enzymdiskret ausgesondert, welches das Opfer innerhalb einiger Stunden nach und nach zersetzt, und die Atania so an ihre Nährstoffe heran kommt.

Das Opfer muss dabei schreckliche Qualen durchleben und ich kenne niemanden, der dem Kelch der Pflanze wieder entrinnen konnte. Nicht immer hat die Atania das Glück, gleich einen ganzen Menschen oder Wolf zu erwischen, einfache kleine Tiere oder Insekten, sollten für einige Tage durchaus akzeptabel sein.

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© 2000-2018 Roland R. Posny