Anserium

Torwen wollte kein Ersatzkönig mehr sein. Er wollte sein eigenes Königreich haben, er wollte die Macht über die Welt der Menschen und darüber hinaus. Die Armee sammelte sich, gedeckt hinter den Mauern der mächtigen Metropole, die ein Heer von einer Stärke von mindestens fünftausend Mann hervorbrachte. Und sie zogen aus, sich die freie Welt Untertan zu machen.

Bei Nacht überquerten sie das Meer der Steine, in ihren Schiffen die groß und stabil genug waren, um gerade die Armee über das Meer zu bringen. Sie rechneten nicht damit wieder zurückkehren zu müssen.
An nur einem Morgen eroberten sie Isewich und die umher liegenden Dörfer und errichteten ihre Lager in Gandalon und spätesten als die ersten Flüchtlinge in Catallien ankamen, war das Chaos perfekt.

Niemand in Wesedoor rechnete mit einem Angriff, schon gar nicht von ihren eigentlich engsten Verbündeten.
Der König war geschockt und es gab noch keine Armee, die so schnell hätte bereit stehen können. Fünf Tage brauchten die Darvenier um Catallien zu erreichen und die Späher des Königs hatten nicht einmal die Chance, die Bewohner der Stadt zu warnen. Noch an der Grenze zu Gandalon wurden sie hingerichtet und die Feuer des großen Fest, dass die Darvenier in ihrer Vorfreude auf den großen Sieg feierten, sah man bis nach Catallien. In der Hauptstadt der Menschen herrschte reges treiben und die Calas waren in Aufbruchstimmung, keiner aus dem einfachen Volk wollte das Gemetzel mit anblicken, wenn die Darvenier mit ihrer übermächtigen Streitmacht anrückten. Der König aber wollte sich nicht einem Mann ergeben, der unter ihm stand, einem Mann, der sein Leben damit fristen sollte Tag ein Tag aus über Sand und Steine zu herrschen.

Dies war nicht das Schicksal der stolzen Stadt der Calas. Und es sollte auch niemals so kommen.

Als ob sie die Gedanken des Königs auf weite Entfernung hören konnten, machten sich einige Bewohner aus der kleinen Stadt Tipolus, nahe gelegen am See von Dablen, auf um die Arfejia um Hilfe zu bitten.

Da Tipolus so nahe an den Dunkelwäldern lag, hatten die Bewohner dieser Stadt und die Dete schon immer ein recht gutes Verhältnis und es war für die einfachen Handwerker und einige Ritter kein Problem gewesen, vor den Rat der Arfejia zu treten. Und der Rat beschloss, den Calas zu helfen. Der Morgen graute und das Heer der Darvenier war nur noch wenige Stunden vom Trohnsitz des Calanischen Königs entfernt. Die Stimmung in der Stadt war angespannt und die Tore verschlossen. Jeder Mann der nicht geflüchtet war, wurde zum kämpfen abkommandiert.

Dann kamen sie. So leise wie der Wind zogen sie vor den Darveniern an die Mauern der mächtigen Festung ran und machten sich bereit, den Menschen Hilfe zu leisten, in dieser großen Schlacht.

Die Dete glänzten in weißen Rüstungen, auf stolzen Rössern kamen sie herangeritten um den Calas Beistand zu leisten. Dann kamen die Darvenier, zweitausend Mann stark war ihr Heer, der Rest wartete bereits auf den Befehl die Städte der Dete und Sacertes anzugreifen.
Es folgte ein erbitterter Kampf, und ungelogen hätten die Calas ihn verloren, selbst mit den Dete an ihrer Seite war es ein harter Kampf und nur der Zufall entschied ihn für die Allianz der Calas und Arfejia.

Denn die Darvenier waren töricht genug, den Befehl zum Angriff auf Dablen und Nabet zeitgleich zu geben. Und während die Sanestras nichts von dem Krieg mitbekamen, mussten Dete, Calas und Sacertes um ihr nacktes Überleben kämpfen.

Die Darvenier waren nicht müde zu kriegen und hatten sich über die Jahre auch die Poger und Flugbestien zur Waffe ausgebildet.
Aber Towen hatte nicht mit der großen Macht der Sacertes gerechnet. Ihre Magie zerschlug die Mauer der Soldaten und brachte innerhalb weniger Stunden wieder den Frieden nach Tierrana.

Nachdem sich auch die letzten Posten der Darvenier zurückgezogen hatten, übernahmen die Calas wieder den Lauf der Dinge und zogen zusammen mit den Dete los, Darven dem Erdboden gleich zu machen. Die Sacertes setzten einen Fluch auf die Ruinen und die Überlebenden der Stadt wurden in die Wüste geschickt, um von da an ein Barbarisches Leben in der trockenen Einöde zu fristen. Dieser Krieg war vorbei.

Die Arfejia gingen wieder ihren alltäglichen Beschäftigungen nach und die Menschen bauten ihre Zerstörten Städte wieder auf.
Auf die Dauer schien es wohl eine friedliche Zeit zu werden.

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© 2000-2021 Valerie Posny