Frialad

Das 3. Zeitalter – Das dunkle Zeitalter

Die Menschen waren es, welche es den Raman ermöglichten, sich unsere kleine Welt Untertan zu machen.

Jahrhunderte nach dem ersten Schock des ehrwürdigen Baumes, gegenüber dem Hass, den die abtrünnigen Engel in sich hatten und dem verzweifelten Versuch, aus ihnen eine neue Rasse entstehen zu lassen, die sich nicht lange halten würde auf dieser Welt, begann der Baum zu neuem Mut zu erwachen. Nur recht langsam und spärlich übergab er seine Magie wieder an die Welt und nahm so wieder Einfluss auf die Lebewesen. Bis dato waren die Arfejia als einzige wirkliche, auf zwei Beinen stehende Macht, die sowohl über Tier als auch über die Pflanzen mit Magie herrschte.

Heute sagt jeder der alten Wesen den Engeln nach, einen schrecklichen Fehler begannen zu haben, den Arfejia den Umgang mit der Magie zu lehren. Aber es war nun mal geschehen.

Die Pläne des Baumes schienen in der Tat aufzugehen und die Raman konnten sich keiner großen Macht bemächtigen. Denn der Fluch, der ihnen vom Baum des Lebens auferlegt wurde, zwang sie, sich in dunkle Lande zurückzuziehen und dort zu verharren, bis sie eine neue Lösung finden konnten.

Ihre Magie basierte nur noch auf der Energie ihrer Selbst und dem, was jedes Wesen mit ihr Verband. Der Baum. Und um an seine Magie wieder heranzukommen, bedurfte es dem Blute eines Wesens, welches der Magie des Baums entsprang… und dieser Tag sollte kommen.

Da die Arfejia, nun in drei Stämme aufgeteilt, ihrer alltäglichen Beschäftigungen nachgingen und die Tiere im immer währenden Kreislauf der Natur vor sich hin lebten, wurde der Baum getrübt.
Seine Wurzeln reichten nicht bis in die dunklen Lande in die sich die Raman zurückgezogen hatten und für ihn wurde es Zeit, eine weitere dominante Rasse auf die Welt los zulassen. Ein Wesen, welches mit der Natur und den Tieren ähnlich wie die Arfejia leben sollte, aber nicht annähernd so mächtig werden konnte.

Keinen Einfluss auf die Magie, keine Verbundenheit zu den Pflanzen und den Tieren, dass sollten sie sein, die Menschen.
Ein Wesen, welches die Welt bevölkerte und durch sein Schaffen bereichert, aber niemals sie beherrschen sollte.
Und so geschah es.

Der Mensch stieg empor aus dem Urgestein der Welt, erschaffen aus der lebenspendenden Magie die dem Baum von Nazu gegeben wurde. Ein schwaches Wesen, nackt und nicht in der Lage etwas mit seiner Umwelt anzufangen. Das Wort war ihm gegeben, das Handeln nur ein Instinkt und das Denken sollte sich auf ein Ziel hin beschränken, dem Überleben.
Und so handelten die Menschen auch, sie zogen umher, aßen von dem was die Erde ihnen bot und hausten unter Dächern aus Bäumen und Fahnen. Der Mensch war nur ein Tier. Aber das erste Tier, das mit der Welt durch den Baum verbunden war.

Die Arfejia sahen ihn auch als solchen an und behandelten die Menschen nur wie Tiere, die Menschen waren noch lange nicht soweit, dass sie verstehen konnten für was sie wirklich gedacht waren und welche Möglichkeiten sich ihnen auftun konnten. In den riesigen Wäldern welche die Erde überzogen, waren die Arfejia die einzigen die es vermochten zu herrschen. Nur sie waren in der Lage mit den Pflanzen zu kommunizieren und die Tiere gefügig zu machen. Als erste nutzten die Dete Pferde um auf ihnen zu reiten und so weite Strecken zurückzulegen. Da sich die drei Gruppen der Arfejia in von einander recht entfernten Gegenden verteilt hatten, nutzten sie die Vögel um Nachrichten zwischen den Völkern zu vermitteln und errichteten als erste kleine Städte.

Die Dete zogen aus in die nördlichen Regionen, dort wo die Flüsse und Seen nicht so üppig waren und die Berge das Land beherrschten. An den Randen der Küsten der Engelsmeere ließen sie sich nieder.
Und der weiseste und im Kampf begabteste Arfejia, mit dem Namen Dalius, ließ eine Stadt errichten, ihr Name war Dablen. Ein gigantischer Turm sollte den Arfejia es ermöglichen, mit ihren scharfen Sinnen das ganze Land zu überblicken und es vor Angriffen der Dämonen zu verteidigen.

Drumherum wurden kleine Holzhütten errichtet, Ställe für die Pferde und Unterkünfte, sowie Schmieden für die Waffen der Soldaten.
Das erste Reich der Arfejia war eingenommen und da sich die Dete geschworen hatten, das Land zu verteidigen und für sie die Tage stets mit dunklen Gedanken verhangen waren, lebten sie von nun an in den Dunkelwäldern. Auch die Sanestras wollten ihr Herrschaftsgebiet haben. So zogen das Nomadenvolk der Arfejia noch weiter in den Norden, bis an die Grenzen der großen Gebirgsketten – die heute nach ihrem einzigen König Elius, das Eilfros Gebirge genannt werden – und wurden dort sesshaft.

Da an den Meeren die Nahrung ausreichend und das Klima in den Bergen angenehm war, bauten die Sanestras hier ihre kleine Stadt – welche in der Geschichte Tierranas noch eine große Rolle spielen sollte – und nannten sie einfach Marven, Stadt der Arfejia.

Da die Menschen es ebenfalls sehr an die Meere zog, hatten die Sanestras leichtes Spiel damit, sie zu unterjochen und sie für wenig Nahrung für die Arfejia arbeiten zu lassen. Das Arfejiavolk der Sanestras war berüchtigt, für ihre Abneigung der neuen Art Mensch und hatte schon immer vorgehabt, diese misslungene Spezies wieder auszurotten.
Die Sacertes hingegen zogen es vor, im Süden der Welt zu bleiben, dort wo es die großen üppigen Wälder gab, die vielen Seen und Flüsse und teilweise sich auch die ersten Lichtungen und Steppen bildeten. Und ebenfalls nahe der Raman.

Denn auch wenn die Abtrünnigen nicht mehr über jene Macht verfügten, die den Engeln gegeben war, so bestand doch diese Verbindung zur Magie, von der die Sacertes stets angezogen wurden.

Für die Arfejiamagier waren die Menschen nichts weiter als Tiere und Versuchsobjekte, die für ein paar Gatabrote (eine Arfejiaische Gebäckspezialität die Heute noch von den Menschen heiß geliebt wird) ihnen überall hin folgten und sie bewachten.

Und während sich die Welt so weiter entwickelte, blieben die Raman noch immer ungesehen von der Welt versteckt in den westlichen Gebieten hinter den roten Bergen, dort verbarg sich inzwischen ein Land, wie es sich Viernes immer gewünscht hatte auf Tierrana.

Felsige trockene Einöde. Stinkende Dämpfe krochen aus dem Boden empor. Die Sonne war verdeckt von einer Wolke aus Staub, Schmutz und Gasen die durch Vulkane in den Himmel gespuckt wurden, es war heiß und stickig, nirgends wuchs etwas, keine Pflanzen, nicht einmal das Unkraut wagte sich in diese todbringende Hölle.

Kein Lebewesen auf Tierrana konnte in dieser Gegend lange überleben. Das Land war perfekt für die Raman und ihre dämonischen Sklaven. Feraziel ließ sich schon zu frühen Tagen einen Tempel und eine Stadt erbauen, in der die Raman ihn huldigten und wo sie hausten. Wo sie ihre abscheulichen Rituale vollführen konnten und sich vorbereiten auf das große Erwachen ihrer Zeit.

Die Menschen blieben ebenfalls nicht untätig. Mit wachsender Euphorie entdeckten sie ihre Welt und nahmen sich die Arfejia als Vorbilder für ihre Kultur und Lebensweise.

Aus dem anfänglichem Volk der Sintrea, dem ersten Namen den die Nomadenvölker der Menschen von den Arfejia bekamen, spalteten sich die ersten Gruppen ab, die in den Wäldern und weiten grünen Landschaften Tierranas ihre Dörfer errichteten.
Aus den Wanderern wurden Bauern. Genauso wie ihr Euch eben Bauern vorstellt, sie lernten Pflanzen und Nahrung wie Weizen anzubauen und begriffen recht schnell Tiere zu fangen und für sich selbst zu züchten.

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© 2000-2018 Roland R. Posny