Toselos

Die Toselos sind ein Volk von ausgestoßenen Arfejia.

Sie waren die Letzten die Marven noch behaust haben, als Sanetras, lange vor dem Blutkrieg. Heute leben sie in den Wüsten der Welt, ihre Eitelkeit haben sie nie abgelegt und deshalb errichteten sie kleine Dörfer, in denen sie sich wenigstens nicht so nackt wie die Sanetras vorzukommen brauchen.

Für sie sind Menschen noch immer Tiere, doch ist ihre Scham aus den Ereignissen in der Vergangenheit so groß, dass sie sich niemals mehr den Menschen gegenüber erheben würden. Nun leben sie weitgehend bescheiden in ihrem Dorf, inmitten der Steinwüste von Gatanan und werden von keinem anderen Arfejiavolk mehr wirklich wahrgenommen. Was wohl auch an ihrer Abstinenz vor den freien Völkern liegt.

Die Toselos gehen keiner bestimmten Beschäftigung mehr nach. Früher waren sie wenigstens noch Krieger. Nur wenige könnte man heute wenn dann als Gauner und Betrüger bezeichnen.

Sie treiben sich sehr selten in den dunklen Gassen der Menschenstadt – Catallien – herum. Dort, in den Spelunken und Räuberhäusern, treiben auch sie ihr Unwesen. Sie spielen mit den Menschen um Gold, um Waren und man kann sie als Söldner anheuern, die Skrupellos töten und Rauben. Selbst die königliche Garde kommt gegen diese geschickten Wesen und Meister der Tarnung nicht mehr an.

Die Dörfer der Toselos bestehen aus kleinen Lehmhäusern, welche aus dem Sand und den Steinen der Wüste gebaut wurden.
Sie haben nur das, was sie zum leben brauchen. Sie schlafen im Sand der Wüste, auf ein wenig Fell und Gras das sie finden können, oder aber auch auf den kleinen Nettigkeiten, die sie aus Catallien mitbringen.

Die Toselos kleiden sich als einzige Arfejia wie die Menschen.
Meist wie die Gauner aus Catallien. In dreckige Lumpen, die schon Meilen gegen den Wind zu riechen wären, wenn die Toselos sie nicht wenigstens ab und an in den Meeren waschen würden. Erstens tun sie dies, um unter den Menschen nicht aufzufallen und zweitens auch, um ihren eigenen Ausschluss von der Welt der Arfejia zu zeigen.

Sie reiben sich oft ihre Haut mit dem harten und groben Felsenstaub damit sie rötlicher und damit menschlicher wirkt. Sie schneiden sich ihre Haare ab und tragen Hüte, die ihre spitzen Ohren verdecken.

Ihre Waffen stammen entweder von den Menschen, oder von den Raubzügen durch kleine Arfejiadörfer. Es ist alles dabei, von Schwertern, über Pfeil und Bogen bis hin zu Lanzen und Hellebarden.

Die Toselos leben in einer Gemeinschaft von Gaunern.
Es haben sich Clans gebildet, die Toselos als Gaunergilde, die Neias, als friedliche Nomaden und die Ciwas, als Geistervolk, welches sich vor allen anderen Wesen im Verborgenen hält. Jeder dieser Clans hat seinen eigenen Anführer, der nach ermessen der Kräfte ermittelt wird.

Wie es für Gauner und Einsiedler üblich ist, leben auch die Toselos ohne einen wirklichen Glauben. Sie glauben an Macht und Gold. Die alten Götter haben schon längst keine Bedeutung mehr für sie. Sie fühlen sich von ihnen im Stich gelassen. Aber ihre Feste feiern sie trotzdem. Ausgelassen und hemmungslos besaufen sie sich mit dem dämonsichen Gebräu der Menschen. Dem Cerveza.
Es besudelt einen und verhindert das klare Denken, die Toselos lieben es.

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© 2000-2018 Roland R. Posny