Engel

( Engel = (E-ngel): Die Heiligen. Aus dem Atas, der Sprache der Menschenvölker.
Unzel (Unsäl): Die Geflügelten. Im Ihenia, Sprache der Arfejia. )

Alles uns Bekannte über diese alten Bewohner Tierranas, entnehmen wir einzig und allein den Aufzeichnungen der Sacertes, den Priestern und Magiern der Arfejia.

Zu einer Zeit, als die Engel uns verließen und das Unheil uns zu zerstören bedrohte, wurde das Buch Nadalfas verfasst. Es ist die Bibel der Arfejia, die heilige Schrift unserer Welt. Die Texte und Erzählungen wurden von dem ersten der Hohen Priester zusammengetragen und vervollständigt- Nadalfa. Heute nur noch ein Mythos, zeugt von seiner Existenz nur dieses eine Buch, aber eins ist gewiss, egal ob es ihn gab oder nicht, er hat uns das wichtigste hinterlassen, was man sich vorstellen kann- das Wissen über uns…

Die Engel, sie waren geschaffen von den Göttern, einzig aus dem Grund, uns zu beschützen, und über die Welt zu herrschen. Denn eine dunkle Seite tat sich schon früh in dem Wesen der Welt auf und die Götter wussten dies, doch unternahmen sie nichts.
Erst als es zu spät zu sein schien, schickten sie die geflügelten Wesen herab. Diese errichteten eine Bastion um ihnen als Heim zu dienen, Mauern aus Bergketten wurden um den einen Baum gezogen, dem alles Leben entsprang. Und so wachten sie über den Baum und über das Leben.

In den alten Sagen heißt es, dass man sie am meisten in den weiten Steppen Abaralons und jenseits der Engelsmeere antraf. Dort, hinter den heiligen Grenzen, wachten sie über den Garten und über den Baum des Lebens der es vermochte, neues Leben zu erschaffen oder auch bestehendes zu löschen.

Lonar, der Gott der Engel war es, der das Tor erschuf und das Siegel verzauberte, doch sollte der Zauber nie seine Wirkung zeigen, so hoffte er. Der Geist der Engel war rein und tief der Sinn ihres Handelns.
Sie, die geschaffen waren uns zu beschützen.
Sie, die es verhindern sollten dass der Baum jemals missbraucht werden sollte, sie sind verschollen, vielleicht bis in alle Ewigkeit.
Denn kam es so wie es kommen musste.

Die Mauern des Gartens wurden durchbrochen, von jenen Neidern, von denen ohne reinen Geist. Sie widersetzten sich ihren Brüdern, vernichteten sie, der Sahakar entbrannte und die Reinen verloren den Kampf. Das Böse missbrauchte den Baum und erschuf ein neues Übel, der Garten wurde verlassen und dass Gleichgewicht der Natur kam ins wanken. So kam es schließlich, dass es heute ebenso die Wesen gibt, die ihr Leben lieben und mit allen anderen im Einklang leben, aber auch die Böse Seite, unendlich scheint ihre Macht und ihre Vielfalt.

Von da an wurden die Engel nicht mehr gesehen, der Garten geriet in Vergessenheit. Aus Erinnerungen wurden Legenden, aus Legenden Mythen. Doch heute kann man sie noch immer sehen, in klaren Nächten, wenn die Monde sich vereinen, erscheinen sie als Boten des Unglücks. Irgendwo da draußen müssen sie noch leben, irgendwo existiert noch Hoffnung, der Garten ist bloß versteckt, das Siegel noch nicht gebrochen.

Der Baum des Lebens kann zu neuer Macht finden… Die Engel bleiben ein Mythos… oder nicht???

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© 2000-2018 Roland R. Posny