Dafenen

Dafenen, so schön, so lieblich, und so sehr ihr Gesang das Herz erweichen lässt, genauso selbstmörderisch ist es sich einer zu nähern.

Für einen Arfejia ist es eher ungefährlich und ich selbst würde zu gerne mal mit einer dieser liebreizenden Geschöpfe einen Abend – oder eine Nacht – verbringen; jedoch für Menschen könnte es tödlich sein.

Dafenen erscheinen ihrem Betrachter stets als weiblich oder männlich, je nachdem wie die Geschmäcker sind. Dies tun sie dann, indem sie sich in den Kopf des Opfers versetzen, erforschen was es beliebt und sogar seinen Hang zur Musik herauslesen. Dann verführen sie einen mit ihren lieblichen Stimmen und dem prachtvollen Gesang, sogar die Begleitung einer Melodie, als wenn sie ein ganzes Orchester dabei hätte, wird einem vorgespielt, nur damit man ihrem Bann verfällt.

Hat sie – oder auch er – dies erreicht, beginnt der eigentliche Teil der Prozedur. Die Dafene beginnt Euch wehrlos zu machen. Fesselt Euch, vergiftete Euren Verstand mit verschiedensten Tinkturen und Kräutern, die gleichzeitig die Wirkung haben, dass Euer Fleisch saftiger und zarter wird. Nach einigen Monaten werdet ihr verspeist.

Niemand kann sagen, wie Dafenen wirklich aussehen, da sie einem ja ihr Erscheinungsbild nur Vorgaukeln und ihre Herkunft ist ebenso ungewiss. Dafenen sind fast überall anzutreffen.

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© 2000-2018 Roland R. Posny