Drachen

Oh ja, wer kennt sie nicht. Es kamen schon viele Wanderer in meine Wälder und haben mir erzählt, von den Wesen die sie als Drachen bezeichnen.

Und jedes Mal musste ich feststellen, dass sie sich von unseren Drachen nicht allzu sehr unterscheiden. Sie kommen in den Farben Rot und Braun vor, sind schuppig und haben gelb glühende Augen, ihre Länge übersteigt meist die von einhundert ausgewachsenen Männern, längs in einer Reihe gelegt, dabei beträgt ihre Flügelspanne noch mal das doppelte. Und was mir am wenigsten gefällt, sie speien Feuer. Lodernde Flammen entrinnen ihren Kiefern wenn sie wütend sind oder einen Menschen oder Arfejia braten wollen. Denn Drachen fressen diese am liebsten und am liebsten eben gebraten.

Man kann Drachenweibchen und -männchen kaum von einander unterscheiden, nur dass ihre Schwänze eine unterschiedliche Länge haben, die von den Weibchen sind meist länger und weniger geschuppt, damit sie ihre Jungen nicht verletzt, wenn sie sie in ihren Schwanz wickelt zum schlafen. Ihre Jungen bekommen die Drachen in den Eilfros Gebirgen, dort liegen die Drachenhorste und im Winter reisen die Weibchen in die kalten Berge, um dort ihre, schon im Frühjahr befruchteten, Eier abzulegen. Von dem Tag an, an dem die Eier gelegt wurden, bis die Jungen das Fliegen gelernt haben, verweilen die Mütter in den Bergen und beschützen ihren Nachwuchs. Was unter Umständen bis zu sechs Monate dauern kann.

nach oben

© 2000-2018 Roland R. Posny