Anserium

Auch der kulturelle Stand der Menschen entwickelte sich weiter, sie wurden zivilisierter, neue Strukturen in der Gesellschaft und dem täglichen Leben hielten ein. Aus noch recht dummen Kriegern, wurde ein Volk, dass es verstand, mit den restlichen Völkern der Welt zu kommunizieren und auch ihren Handel zu treiben.

Zum ersten Mal wurden die Gnome für die Menschen interessant. Bisher lebten sie noch zurückgezogen und nicht weiter beachtet von den großen Völkern der Arfejia und Menschen, so sollten sie immer mehr eine größere Rolle in der Kommunikation zwischen den Völkern spielen.

Aus der dunklen Zeit wurde die Neuzeit und vergessen war der Verdruss gegenüber den alten Kriegen und den vielen Mythen und Legenden, die eigentlich daran erinnern sollten, was diese Welt einst ausmachte. Die Raman wurden in der Zwischenzeit auch beinahe vergessen. Hinter den roten Bergen spielte sich nicht mehr viel ab.

Die abtrünnigen Engel überlegten Tag ein, Tag aus, wie sie wieder an ihre Macht und an die Herrschaft der Welt geraten sollten. Doch blieben diese Ziele noch eine lange Zeit unerfüllt.
Zuerst sollten wohl einige der Sacertes merken, dass sie zu höherem bestimmt sind. Zumindest dachten sie das.

Eine Gruppe der Magier der Arfejia studierte lange Zeit die Aufzeichnungen eines der angesehensten Sacertes ihrer und der heutigen Zeit. Nadalfa. Der höchste der Hohepriester der Arfejia, war sein ganzes Leben nur damit beschäftigt, alles dies aufzuzeichnen und zu dokumentieren, was ich Euch heute berichte. Und noch einiges mehr.

Sie erkannten wohl in sich selbst, ein heiliges Volk. Nach den Aufzeichnungen Nadalfas, als das erste Volk, das mit den Engeln in Berührung kam. Und so bildete sich eine Sekte unter den Sacertes, die sich die Carenas nannten. Das heilige Volk. Sie wollten nicht länger, mit diesen „niederen“ Kreaturen zusammen leben. Sie wollten eine neue Macht erzwingen und ihre Magie als Grundstein allen Lebens gelten lassen. Es kam zu einer Meuterei. Die Carenas versuchten die Königin der Sacertes zu stürzen.

Aber kaum jemand kannte die wahre Macht der roten Arfejia, deren die Carenas sehr bald Zeuge wurden. Sie wurden niedergemetzelt und die Übrig gebliebenen wurden aus Nabet verbannt. So zogen sie aus in die Welt und siedelten sich an den Flüssen der Erde an, um immer der Natur nahe stehen zu können und möglichst viele Wesen der freien Völker anzutreffen, die an den Flüssen ansiedelten, um ihnen ihre Botschaft vom Untergang der Welt und den ewigen Frieden an ihrer Seite, zu überbringen.

Wegen ihres ständigen Aufenthalts an de Flüssen gab ihnen der Rat der Arfejia den Namen des Flussvolkes. Von nun waren sie die Pulastes.
Die Menschen breiteten sich nach dieser erneuten Spaltung der Arfejia weiter aus; sie sahen darin ihre Chance, sich unsere weiter Welt Untertan machen zu können. Bis weit in die südlichen Regionen, in die Wüsten und kahlen Landschaften, siedelten einige von den Calas, und ihr Hochmut ging sogar soweit, ein Dorf am Fuß des roten Berges zu errichten.

Keiner hatte mehr wirklich Angst vor den Raman, die sich nun schon seit Jahrzehnten aus den Ereignissen der Welt heraus hielten. Für die freien Völker waren sie zwar eine stetige Bedrohung und in den Köpfen der Wesen, gab es immer einen kleinen Bereich, der sie warnte, dass es da Etwas gibt, dass jederzeit erneut über sie herfallen kann und die Welt wieder in Angst und Schrecken versetzt. Aber die Sehnsucht nach Frieden und einem freien Leben war stärker. Und so verdrängten sie diesen Gedanken wieder. Bis zu jenem Tag, an dem ein kleiner Junge in dem recht jungen und kleinen Dorf am Blutfluss in den Reichen Zandias, aus einem unscheinbaren Stück Holz, eine Flöte schnitzte.

Sehr spät erkannte der kleine Sohn eines Schmiedes, dass jenes Instrument, welches er da gebaut hatte, eine sonderbare Macht in sich trug. Die Macht des Baums des Lebens.
Denn das Holz, aus dem die Flöte geschnitzt wurde – so erzählen es die Legenden – entsprang der Rinde dieses Baums.

Gerüchte wurden breit, dass es eine Waffe gab, die unsere Welt endlich von dem Bösen befreien sollte. Die Engel sollten bald zurückkehren und der Weg zum Garten erschlossen werden.

Wie ein Laubfeuer verbreitete sich das Gerücht um den kleinen Musiker und seine geheimnisvolle Flöte. Und wie es mit Gerüchten so ist, werden sie auch an die falschen Leute weitergegeben. Ein Raman bekam Wind von dem, was sich ereignete und berichtete seinem Herrscher von der Flöte. Feraziel sah darin eine Chance. Die Raman kehrten zurück.

Sie überfielen das Dorf auf der Suche nach dem Jungen mit der Flöte. Doch sie fanden ihn nicht. Adhen verschwand und mit ihm die Flöte.
Zu neuem Mut erweckt, durchkämmten die Raman die Wüsten und Wälder, es gab Schlachten mit den Arfejia und den Menschen. In dieser Zeit kam es dazu, dass die Raman übermütig wurden und die Arfejia zu ihren Sklaven machen wollten. Der Kuss ging an einen der reinen Wesen. Aus ihm wurde ein Monster. Doch war nur dieses Monster allein in der Lage, den Jungen mit der Flöte zu finden und sie ihm abzunehmen, wovon die Raman nichts mitbekamen.

Sie fanden den Jungen schließlich und machten ihn zu einem der ihren. So wollten sie erreichen, dass er auf ihrer Seite stand und ihnen die Flöte aushändigen würde.

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